- Der Sattel behindert das Pferd im Bewegungsablauf, so dass die von Ihnen geschilderten Probleme entstehen.
- Der Reiter hält sich bei der Ausbildung seines Pferdes nicht korrekt an die Skala der Ausbildung in Kombination mit der reiterlichen Kontrolle durch einen versierten Pferdewirtschaftsmeister.
- Eine Kombination aus beidem.
Die Problemlösung bezieht Material und/oder das Training des Pferdes ein:
- Material: Hier ist ebenfalls besonders auf die exakte Einhaltung des Sattelbaumschwunges und die möglichst weit vorne liegende vordere Gurtstrupfe zu achten. Weiterhin sollte ein Sattelgurt gewählt werden, bei dem die Schnallen eine Schnallenbreite weiter hinten liegen als bei einem normalen. Verwenden Sie eine dünne Schabracke, die sehr fest im Material ist, um das Reitergewicht bestmöglich auf den Pferderücken zu verteilen und den Sattel möglichst nah am Pferd aufliegen zu lassen. Alternativ kann auch eine feste Schabracke mit untenliegendem Gumminetz als „Feintuning“ eingesetzt werden. Hierzu sollten Sie aber Ihren Reitlehrer zur Kontrolle der Pferdebewegung mit ins Boot nehmen.
- Training des Brustkorbs des Pferdes durch stärkeres Konditionstraining im Gelände mit längeren Galoppstrecken verbessert langfristig auch die Sattelgurtlage. Erarbeiten Sie in Abstimmung mit Ihrem Reitlehrer einen passenden Trainingsplan.
Zur Problemlösung verweisen wir auf unsere Tipps zur Überprüfung der Sattellage. Sollten sich hier Anhaltspunkte ergeben, sprechen Sie uns an. Vor Ort können wir die vermuteten Probleme klären und Lösungen dafür suchen, oder – in dieser Situation genauso wichtig – den Sattel als Problemquelle ausschließen.
Der oberflächliche Satteldruck ist eine starke Reizung der Haut (bis zu offenen Wunden) und der darunter liegenden Hautmuskulatur durch Reibung und falsche Bewegung des Sattels. Dies führt zu starken Reaktionen bis hin zu Lahmheit und Widersetzlichkeit (Buckeln, stehen bleiben). Hier ist sofortige Hilfe durch den Tierarzt, Sattler oder Alternativ-Mediziner in Anspruch zu nehmen, bevor das Pferd wieder geritten werden kann.
Tiefer Satteldruck entsteht oft durch fortlaufenden Druck eines falsch sitzenden Sattels. Dadurch verkrampft die tiefer liegende Muskulatur – auch zwischen den Dornfortsätzen. Häufig passt der Sattelbaum nicht zur Oberlinie des Pferdes. Der Reiter erkennt das Problem nur am dem Verhalten des Pferdes (Steifheit, Widersetzlichkeit, Taktfehler), nicht an einer erkennbaren Reizung der Sattellage.
Die Lösung beginnt bei der Identifizierung der Ursache. Der Sattel muss obligatorisch in beiden Fällen kontrolliert, angepasst unter Umständen sogar ausgetauscht werden. In beiden Fällen sollte der Tierarzt hinzugezogen werden. Eine ausreichende Reitpause – in der das Pferd aber weiter gearbeitet werden soll, damit es die Muskulatur nicht zu stark abbaut – ist anzuraten.
- Zu schnelles Angurten
- Nicht individuell angepasste Sattelgurtform
- Gesundheitsprobleme beim Pferd wie z. B. Magengeschwüre
- Schlechte Sattelgurtlage
Tritt das Problem erst später bei einem Sattel auf, können eine falsche Sitzposition oder eine unpassend eingestellte Steigbügelriemenlänge ursächlich sein. Faustregel für die richtige Sitzposition und Steigbügelriemenlänge sind der sich ohne Anstrengung ergebende ausbalancierte und mitschwingende Sitz.
- Gute Belüftung – besonders, wenn das Klima draußen nasskalt ist. Leder schimmelt bei zu hoher Luftfeuchtigkeit schnell. Insbesondere dann, wenn die Luftzirkulation gering ist.
- Gleichmäßige Temperatur (circa elf bis 15 Grad)
- Grundsätzlich sollte die Sattelkammer ein gut gelüfteter, trockener Ort sein, in dem das Lederzeug zur bestmöglichen Luftzirkulation möglichst offen aufgehängt werden kann und nicht im engen, geschlossenen Spind aufbewahrt wird.
- Sollte, aus versicherungstechnischen Gründen, ein abgeschlossener Spind notwendig sein, so gilt: je größer der Spind, desto besser. Es gibt inzwischen Spinde mit beheizbarem Gebläse, welches, je nach Witterung, eingestellt werden kann.
- Der Sattel sollte auf dem Halter nicht mit dem Kissenkanal aufliegen, sondern auf einer breiten Auflagefläche im gleichen Winkel der Kissen.
- Trensenhalter haben oft einen zu kleinen Durchmesser. Optimal sind Halter in der Größe eines Pferdegenicks.
- Um den Sattel in der Sattelkammer zu schützen, empfiehlt es sich, einen atmungsaktiven Überzug zu verwenden (kein Plastik).
Die Pflege des Lederzeugs hängt stark von der Nutzung ab und erfordert ein wenig Fleißarbeit:
- Bei normaler Nutzung (einmal reiten täglich) sollte der Sattel je nach Schweißentwicklung von Pferd und Reiter mit Sattelseife gereinigt werden (darauf achten, dass Seifen- und Salzrückstände auf Unter- und Oberseite des Sattels mit reichlich Wasser ausgewaschen werden). Trocknen bei Zimmertemperatur.
- Nach dem Trocknen einölen, und zwar gilt hier der Grundsatz: Nicht viel, aber öfter. Pflegen Sie Ihr Lederzeug wie ihre Hände!
- Lederfett dagegen sollte mehr zur Konservierung bei längerem Lagern in Betracht kommen.
Sattelblatt und Pauschen: Abhängig vom Satteltyp ist das Seitenblatt unterschiedlich geformt. Beispielsweise ist bei einem Vielseitigkeitssattel das Seitenblatt mehr nach vorne ausgeformt als bei einem Dressursattel. Die Sattelpauschen sorgen für einen sicheren Sitz von Knie und Bein des Reiters. Durch die richtig eingestellte Steigbügellänge kann anhand der Oberschenkellänge und der Kniewinkel entschieden werden, welche Stärke und Form der Pauschen für den optimalen Sitz sorgen.
Sitzlänge: Die für den Reiter verfügbare Sitzlänge hängt entscheidend von der Winkelung des Hinterzwiesels ab. Eine flache Winkelung vergrößert, eine steilere verkleinert die Sitzfläche. Die Oberschenkel haben umso mehr Platz, je steiler die Winkelung ist.
Komfort und Sicherheit: Letztendlich muss der Reiter beurteilen, welche Form und welche Anpassungen des Sattels sich bei ihm komfortabel und sicher anfühlen. Hierbei spielen Können und Zielsetzungen eine entscheidende Rolle. Beispielsweise wird sich ein Reitanfänger sicherlich wohler in einem Sattel fühlen, der ihn mehr einrahmt, während der erfahrene Reiter sich hier eher eingeengt fühlt.
